Hier finden Sie aktuelle Entwicklungen, die Chronik sowie Konzepte und Studien zur Gartenstadt Drewitz in Potsdam.
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Mittwoch, 8. April 2020
Schöner fernsehen
Zuhause bleiben ist jetzt angesagt. Die Glotze wird für viele jetzt zum besten Freund. Wer über einen Smart-TV verfügt, muss kein Geld für teure Streamingdienste ausgeben. Eine Fülle toller Sendungen, Filme, Serien und Reportagen gibt es auch in frei verfügbaren Mediatheken. Das Stöbern lohnt sich.
Bei der ARD kann man sich zum Beispiel bis zum 16. Juni die ersten Staffeln der bildgewaltigen Krimiserie „Babylon Berlin“ anschauen, die in der brodelnden Hauptstadt des Jahres 1929 spielt. rbb und MDR haben alte Folgen des „Polizeiruf 110“ im Angebot. Das ZDF bietet Wohlfühlfernsehen satt mit den Retro-Serien „Ich heirate eine Familie“ und „Girl Friends“.
Auch die Kinder lassen sich sinnvoll beschäftigen. Die ARD hat einen eigenen Kanal für „Schule zuhause“ mit vielen Lernvideos und Wissenssendungen zusammengestellt. Aber auch der Pumuckl, die „Sendung mit der Maus“ und viele Märchenfilme sind hier zu finden. Bei ZDFtivi gibt es zum Beispiel zum Beispiel „PUR“, „logo!“, „Löwenzahn“ oder „Siebenstein“. Bis Ostersonntag sind noch „Pettersson und Findus“ zu sehen, bis zum 17. April gibt es „Bibi und Tina – Der Film“.
Live-Fußball ist derzeit nicht drin: Die Bundesliga macht Corona-Pause, die EM ist auf 2021 verschoben. Doch im Internet gibt es viel Trost. Auf YouTube können Sie viele Klassiker aufspüren. Im Original-Kommentar von Heinz-Florian Oertel ist der 1:0-Sieg der DDR über die damalige BRD bei der WM 1974 erhalten. 30 unvergessliche Spiele der Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften bietet der offizielle Kanal der FIFA. Darunter findet sich das legendäre 7:1-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien 2014 in voller Länge.
Montag, 11. Dezember 2017
Sido in Drewitz: Schön, interessant und lustig
| Szene aus dem Mittwochsfilm im Ersten: Im Hintergrund ist die Drewitzer Eduard-von-Winterstein-Straße zu sehen. |
Am vergangenen Mittwoch lief im Ersten ein unterhaltsamer Film, in dem man Sido durch Drewitz rennen sieht. Rapper Sido (mit bürgerlichem Namen Paul Würdig) spielt in "Eine Braut kommt selten allein" den gescheiterten DJ und Clubbesitzer Johnny aus Hellersdorf, den es auch für Momente nach Drewitz führt.
| Sido und seine Filmtochter aus Richtung Sternstraße kommend. |
Und so geht die Geschichte des Films: Eines Tages sitzt Sophia, eine Romni, in roten Hochzeitskleid und abgelatschten Turnschuhen vor seiner Hellersdorfer Wohnung. Sie spricht nicht seine Sprache, ist ihm eigentlich zu jung, entstammt einer vollkommen anderen Welt - und doch werden die beiden dann recht schnell ein Paar. Als Sophia, die behauptet aus Serbien zu kommen, todtraurig vor Heimweh wird, ist Sido-Johnny bereit, ihre Eltern einzuladen. Damit gerät sein ohnehin kompliziertes Leben völlig aus den Fugen: Nicht nur Mama und Papa kommen, sondern auch Geschwister, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen, Cousins, Cousinen…
Von einem Moment zum anderen hat der eher antriebsarme Johnny in seiner kleinen Plattenbauwohnung eine Großfamilie zu Gast, die ihn ständig auf neue Weise fordert: Dass er ihnen hilft, in Deutschland Fuß zu fassen, dass er sie vor der Abschiebung bewahrt, dass er ihr Beschützer wird. Und obwohl er sich immer wieder sträubt, läuft Johnny, der schon fast Depressive, zu neuer Form auf.
| Sido läuft mit seiner Filmtochter durch Drewitz: Links erkennt man den Pilotblock der ProPotsdam mit seinen markanten orangefarbenen Balkonen. Quelle/Screenshots: ARD |
Und welche Rolle spielt Drewitz? In Drewitz wohnt Katja, die Ex von Johnny, gespielt von Petra Schmidt-Schaller. Sie ist von Hellersdorf in ein besseres Leben gezogen, das sich im Film vor den Fassaden von Drewitz abspielt. Bei ihr lebt die gemeinsame Tochter, die Johnny immer mal abholt oder zur Mutter bringt. Das sind die Momente, die in Drewitz gedreht wurden.
Der Film ist ein Märchen. Der rbb, der den Film produzierte, schreibt, in ihm würden "auf humorvolle Weise Dichtung und Wahrheit, Übertreibung und Auslegung" verschmelzen. "Unverstellt, wertfrei und ohne Scheu vor unangenehmen Wahrheiten" sei die Geschichte erzählt. Der Tagesspiegel schreibt anerkennend: Es sei nicht die erste Schauspiel-Arbeit von Sido; wahrscheinlich aber seine bisher beste. Und wie finden es die Zuschauer? "Schön, interessant und lustig. Leichte Kost mit ernstem Hintergrund", schreibt einer, dem es gefiel, auf der ARD-Seite.
Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Der Film ist in der Mediathek der ARD abrufbar.
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