Posts mit dem Label Szenario-Workshop werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Szenario-Workshop werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Christoph Hampe zu "5 Jahre Szenario-Workshop"

Am 10. Oktober wurde der 5. Jahrestag des Szenario-Workshops "Die Zukunft beginnt jetzt"  gefeiert. Im Rahmen der Veranstaltungen blickten Gäste wie Christoph Hampe von der Kammerakademie Potsdam noch einmal zurück und teilten ihre Erlebnisse und Erfahrungen in Drewitz.

"Guten Abend,
Christoph Hampe, links (Foto: Kammerakademie Potsdam)


ich möchte mich für die Einladung bedanken, heute hier bei Ihnen sein zu dürfen und der Anfrage, ein paar Worte an Sie zu richten, gerne nachkommen.

Ich bin Musiker der Kammerakademie Potsdam, dem Orchester der Landeshauptstadt. 
Die Kammerakademie verbindet seit dem Jahr 2008 eine partnerschaftliche Beziehung mit der Drewitzer Grundschule. In zahlreichen Projekten konnten in den letzten Jahren strukturbildende Programme kultureller Bildung aufgebaut und etabliert werden, z. B. mit dem, die jährlich stattfindende Winteroper der Kammerakademie begleitenden, Opernprojekt hier an der Grundschule.

Ich erinnere mich noch gut, wie es sich anfühlte, wenn man an einem Novembertag durch die Konrad-Wolf-Allee zur Schule fuhr, um mit den Kindern an einer szenischen Umsetzung von „Figaros Hochzeit“ zu arbeiten. Da wurde man in erster Linie von der Farbe Grau empfangen. Das änderte sich dann in der Schule. Die Kinder brachten Farbe ins Spiel und gaben zunächst ihrer Freude über die vermeintlich unterrichtsfreie Zeit lebhaft zum Ausdruck.
Doch bald stellte sich heraus, dass es auch hier um Arbeit ging, denn in kurzer Zeit sollte aus dem Verständnis des Opernstoffs heraus kleine Spielszenen entwickelt, Texte gelernt, Lieder gesungen, Choreographien einstudiert, Bühnenbilder gebaut und technische Probleme gelöst werden. Am Ende sollte ja das Arbeitsergebnis auf der Bühne präsentiert werden.

Die meisten Kinder hatten noch nie eine Oper gehört oder irgendwie eine engere Bindung zu klassischer Musik aufgebaut. Jeder musste seinen Platz in dem Stück erst mal suchen, und das war nicht immer einfach. Die Idee, dass der Techniker nicht weniger wichtig ist als der Protagonist, und dass wir nur in einer großen gemeinsamen Anstrengung unser ehrgeiziges Ziel erreichen könnten, machte uns zu einem starken Team. 
Über die Arbeit entstand eine starke Klassengemeinschaft, Lehrerinnen unterstützten unsere Arbeit in zahlreichen Extrastunden, der Hausmeister und Eltern halfen mit großem Einsatz, und die Kinder fanden ihren Platz im Stück und arbeiteten konzentriert an ihren Rollen.
Und am Schluss haben wir es geschafft, unser Stück auf die Bühne zu bringen, und wir hatten Erfolg und ein fröhliches Strahlen lag in den Kindergesichtern.

Ein kleiner Junge weinte vor Freude, als er mir bei unserer „Premierenfeier“ sagte, das sei der schönste Tag in seinem Leben gewesen. Erst am Tag der Aufführung erfuhr ich, dass dieser Junge, der besonders klein und zart war, häufig dunkle Schatten unter seinen Augen hatte und öfters träumend und abwesend wirkte, dass dieser Junge vor kurzer Zeit erst in ein Heim gezogen war und mangels Aufsichtspersonals um ein Haar nicht hätte bei unserer Aufführung dabei sein können. Dem Engagement seiner Lehrerin Frau Herrmann war es dann zu verdanken, dass er doch teilhaben konnte an unserer schönen Aufführung.
Es gab da noch mehr Kinder, deren Seelen verletzt waren, und die in ihren so jungen Jahren schon eine schwere Last trugen. Doch das Glück dieses kleinen Jungen veranschaulichte mir an diesem Abend in bewegender Weise, dass wir alle es geschafft hatten, in einer großen gemeinsamen Anstrengung die Welt dieser Kinder zu verändern. 
Und nicht nur die Welt der Kinder, sondern auch die eigene, denn auch meine Kollegen und ich haben so viel Freude und Dankbarkeit von den Kindern erhalten, und die Erfahrungen, die wir hier machten - und das ist, glaube ich, nicht zu viel gesagt - haben auch unsere Welt verändert haben.

In diesem alten Durchgangsraum, der die beiden Schultrakte miteinander verband und aus der Not heraus Aula genannt wurde, da also, wo wir mit den Kindern für unsere „Oper“ geprobt hatten, saßen wir vor fünf Jahren in einer bunten Runde zusammen, um über die Zukunft des Stadtteils Drewitz nachzudenken, mit einem Bürgerhaus in der Schule, umgeben von einer parkartigen Gartenstadt.
Als ich dann zum ersten Mal in die neu gestaltete Schule mit dem neuen Haus der Begegnung in ihrer Mitte kam, da blickte ich in stolze und leuchtende Kinderaugen und aus diesen Augen sprach eine große Dankbarkeit. Es war ein bewegender Moment für mich, wieder zu sehen, wie mit einer enormen gemeinsamen Anstrengung die Welt verändert werden kann.
Nicht nur die Schule, auch die Häuser haben freundliche Gesichter bekommen, Rosen blühen in einer Parklandschaft, wo früher grauer Asphalt das Bild beherrschte, Kinder bevölkern die Spielplätze und es sind einladende Orte der Begegnung entstanden, die, wie jeder sehen kann, angenommen werden - auch diese Welt hat sich verändert.

Viele Ziele konnten verwirklicht werden, neue Ziele müssen wieder formuliert werden! 

Gerade gestern saßen wir von der Kammerakademie in kleiner Runde zusammen, und überlegten, wie wir unser Engagement hier in Drewitz ausbauen und erweitern können. Während früher eher einzelne Musiker hier vor Ort tätig waren, haben wir heute die Möglichkeit, die neuen Räume mit dem ganzen Orchester zu nutzen. Heute haben wir hier geprobt, haben wieder die Türen geöffnet und den Kindern die Möglichkeit gegeben, unsere Arbeit kennenzulernen und ganz nah bei uns zu sein.
Die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns hier begegnen können, gehört für mich zu den wertvollsten Errungenschaften dieses neuen Hauses.
Neben dem zu Hause der Kammerakademie im Nikolaisaal in Potsdams strahlender, historischer Mitte haben wir hier in Drewitz ein zweites zu Hause gefunden.

Wir möchten unsere Arbeit ausweiten und für alle Bewohner in Drewitz erreichbar sein, und ich finde, wir können aus dem Erreichten den Mut schöpfen, dass wir daran glauben können, durch gemeinsame Anstrengungen auch in Zukunft unsere Welt verändern zu können."

Dienstag, 14. Oktober 2014

Umfrage zur Gartenstadt Drewitz 2014

"Gartenstadt Drewitz - Was denken Sie?"

Fünf Jahre nach dem Szenario-Workshop zur Zukunft von Drewitz wurde im Stadtteil einmal nachgefragt, was die Menschen von der Entwicklung der Gartenstadt halten.


Montag, 13. Oktober 2014

Potsdam TV: 5 Jahre Szenarioworkshop

Gartenstadt Drewitz -Szenarioworkshops zur Zukunft des Potsdamer Stadtteils

(Quelle: Potsdam TV, 13.10.2014)

Fünf Jahre nach dem Szenarioworkshop zur Zukunft von Drewitz diskutierten in den vergangenen Tagen Vertreter der ProPotsdam, verschiedene Planungsbüros und Vertreter der Stadt mit Anwohnern und Gewerbetreibenden die weitere Entwicklung des Stadtteils.

Den Beitrag von Potsdam TV finden Sie hier.

Montag, 12. September 2011

Szenario-Workshop: Stadtteilschule Drewitz

Drewitz: Stadtteilschule machen wir jetzt!

Aus der Dokumentation des Szenario-Workshops:

Gelingt die Stadtteilschule nicht, dann wird die Gartenstadt nicht gelingen. Das war das Fazit der fast dreißig Teilnehmer des zweieinhalbtägigen Workshops in der Grundschule „Am Priesterweg“. Um über die Entwicklung der Stadtteilschule in Drewitz zu diskutieren waren Lehrer und Eltern, Vertreter der Wohnungsunternehmen, der sozialen Träger im Wohngebiet und der Stadtverwaltung zusammen gekommen, ebenso Mitglieder der Drewitzer Bürgervertretung und des Stadtteilrates Stern/Drewitz/Kirchsteigfeld, Kommunalpolitiker und Vertreter von langjährigen Kooperationspartnern der Grundschule. Teilgenommen haben auch der Kommunale Immobilien Service und die Stadtkontor GmbH, die die Schule derzeit modernisieren und umbauen.

Das Konzept der Gartenstadt Drewitz umfasst neben städtebaulichen, energetischen, landschaftsgestaltenden und architektonischen Zielen auch – und vor allem – soziale Zielstellungen. Die soziale Infrastruktur soll gestärkt werden, die soziale Mischung der Bewohnerschaft soll erhalten bleiben und die Möglichkeiten für gute Nachbarschaften und gemeinschaftliches Leben sollen verbessert werden. Das Projekt Stadtteilschule stellt dabei das Schlüsselprojekt dar. Wenn man so will ist es das Flaggschiff der künftigen Gartenstadt Drewitz.

So unterschiedlich die Teilnehmer waren, so unterschiedlich waren ihre Ansichten und Meinungen zu dem, was die Stadtteilschule leisten soll, so unterschiedlich sind ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Vorhaben. Im Laufe der Zusammenarbeit während des Workshops ist allen Beteiligten klar geworden, dass die verschiedenen Anstrengungen nicht nebeneinander, sondern gemeinsam verfolgt werden müssen. Die Gründung eines Expertengremiums durch die Teilnehmer des Workshops und die inhaltlichen Ergebnisse des Workshops können dafür eine Basis bieten.

Der Workshop kam zu dem Schluss, dass schnell ein inhaltliches Profil der Stadtteilschule erarbeitet und der künftige Betreiber der Stadtteilschule gefunden werden muss. Das Expertengremium will sich dieser Erfordernisse annehmen. Ihr Credo: Die Stadtteilschule machen wir jetzt!

Die Herausforderung wird in den nächsten Monaten darin bestehen, die unterschiedlichen Ziele, die die verschiedenen Interessengruppen – Eltern, Lehrer, soziale Akteure, Stadtverwaltung usw. – mit der Einrichtung der Stadtteilschule verbinden, in einen in sich stimmigen und von allen Seiten akzeptierten Leistungskatalog zusammenzuführen. Die Lehrerschaft der Grundschule „Am Priesterweg“, die ProPotsdam und der Verein Soziale Stadt Potsdam werden daran mitwirken.

Die Dokumentation des Szenarioworkshops ist hier als PDF verfügbar.

Montag, 29. August 2011

Werkstatt: Ein Drewitz für alle

Im Rahmen eines Werkstattverfahrens wird die Landeshauptstadt zusammen mit allen Stadtteilakteuren über die weitere Entwicklung der Gartenstadt Drewitz beraten.
In den Werkstätten werden Vertreter der Verwaltung, der Wohnungsunternehmen, der Politik, aus der Bewohnerschaft und lokale Akteure Eckpunkt der weiteren Entwicklung hinsichtlich städtebaulicher, verkehrstechnischer und grünplanerischer Belange mit den sozialen Zielen der Erneuerung und der Verbesserung der sozialen Infrastruktur erörtern und in einem Masterplan zusammenfassen.

Protokolle und Dokumente der einzelnen Werkstattveranstaltungen:

09.12.2010
Auftaktwerkstatt: Ergebnisprotokoll (PDF)

15.02.2011 
2. Werkstatt: Ergebnisprotokoll (PDF)

12.04.2011
3. Werkstatt: Ergebnisprotokoll (PDF)

26.08.2011
4. Werkstatt:
Tagesordnung (PDF)
Teilnehmerliste (PDF)
Entwurf Eckpunktepapier Drewitz (PDF)
Vortrag 1: Partizipationskonzept (PDF)
Vortrag 2: Klimaschutz und Quartiersentwicklung (PDF)
Vortrag 3: Mobilität (PDF)
Vortrag 4: Projekt "Hamster" - Schiller Gymnasium (PDF)
Vortrag 5: Städtebaulicher Masterplan (PDF)
Vortrag 6: Verkehr und Freiraum (PDF)
Kompromissvariante Verkehr (PDF)

Vortrag 7: Maßnahmenkonzept (PDF)

Aus der Vorlage 11/SVV/0899 der Stadtverordnetenversammlung:
"Basierend auf den mit den Akteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil abgestimmten Ergebnissen des zwischen Dezember 2010 und August 2011 durchgeführten Werkstattverfahrens wurde ein Maßnahmenplan erarbeitet, in dem alle geplanten kommunalen Maßnahmen und Aufgaben im Rahmen der Umsetzung des Gartenstadtprojektes aus der derzeitigen Planungsperspektive festgehalten sind."
Umsetzungkonzept zur Gartenstadt Drewitz (PDF)
Maßnahmenplan (PDF)

Dienstag, 7. Dezember 2010

Werkstattverfahren zur Entwicklung der Gartenstadt Drewitz

(Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 07.12.2010)

Im Rahmen eines Werkstattverfahrens wird die Landeshauptstadt Potsdam ab Donnerstag (9.12.2010) mit allen Akteuren des Stadtteils die weitere Entwicklung der Gartenstadt Drewitz beraten. Ziel ist es, einen Masterplan für den Fortgang des Planungsprozesses und die nächsten Schritte zu entwickeln und mit den Akteuren vor Ort abzustimmen. Dabei geht es um den Abgleich städtebaulicher, verkehrstechnischer und grünplanerischer Belange mit den sozialen Zielen der Erneuerung und der Verbesserung der sozialen Infrastruktur. „Wir wollen das Gartenstadtkonzept weiterentwickeln und dabei alle relevanten Akteure in diesen Prozess einbinden", sagte der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen Matthias Klipp. Das Werkstattverfahren wird von dem Büro Stadt Land Fluss vorbereitet. Die Auftaktveranstaltung findet am 09.12.2010 statt, weitere Veranstaltungen sind für Januar 2011 und März 2011 geplant. Für April 2011 ist im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung eine umfassende Bürgerinformation geplant.
Die Landeshauptstadt Potsdam hat zudem vor wenigen Tagen die Zuwendungsbescheide für 2010 für das Programm Soziale Stadt in Höhe von rund 2,5 Mio. Euro bekommen. Danach stehen der Stadt für den Zeitraum 2011-2014 rund 4,5 Mio. Euro für die Gesamtmaßnahme Soziale Stadt Am Stern/Drewitz zur Verfügung. Die gute Nachricht ist, dass damit der Umbau der Grundschule „Am Priesterweg" zur Stadtteilschule gesichert ist, bevor es ab 2011 starke Einschnitte im Programm Soziale Stadt infolge der Beschlüsse der Schwarz-Gelben Koalition in Berlin gibt. Weiterhin wird mit diesen Mitteln der letzte Bauabschnitt des Campus Am Stern sowie der Neubau des Jugendclubs Offline finanziert. Damit stehen drei große Projekte für Bildung und Sport im Vordergrund des Programms Soziale Stadt Am Stern/Drewitz. Aber auch die sozialen Projekte, das Stadtteilmanagement und die Planverfahren für die Gartenstadt Drewitz sind damit finanziell abgesichert. Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft zeigt mit diesem Bescheid, dass es die Prioritätensetzung zugunsten von Drewitz voll unterstützt.

Der Kommunale Immobilien Service (KIS) hat das Architekturbüro ROBERTNEUN aus Berlin sowie weitere Fachplaner für den Neubau des Verbinders und für den Umbau und zur Sanierung der Bestandgebäude der Grundschule „Am Priesterweg" beauftragt. Seit August laufen die Gebäudeplanungen und die entsprechenden Abstimmungen mit den Nutzern und betroffenen Verwaltungsbereichen. Im Januar 2011 soll der Bauantrag eingereicht werden. Geplanter Baubeginn für die Arbeiten am Schulgebäude ist Juli 2011. Bauzeit voraussichtlich bis Ende 2012. Der erste Baustein des Gesamtprojektes ist bereits abgeschlossen. Die Turnhalle der Grundschule wurde in diesem Jahr saniert und kann nun multifunktional genutzt werden kann, d.h. für den Sport ebenso wie für große Schul- oder Stadtteilveranstaltungen.

Ebenfalls im Sinne des Gartenstadtstadtkonzepts erfolgt eine weitere Aufwertung der sozialen Infrastruktur durch die Sanierung der Kita-Standorte in der Paul-Wegner- und der Günter-Simon-Straße durch den KIS. Für beide Standorte werden derzeit die Hüllensanierung und die Herstellung behindertengerechter Zugänge vorbereitet, die 2011 erfolgen sollen. In der Paul-Wegner-Straße wurde bereits mit der Brandschutzsanierung begonnen. Ab 2013 ist für beide Standorte die vollständige Innensanierung geplant.

Als vorgezogene Maßnahme wurde durch den Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen die Intensivierung der Pflege und die Verbesserung des Erhaltungszustandes im öffentlichen Raum im Rahmen einer Qualitätsoffensive in die Wege geleitet. Die Maßnahmen sollen bis zum Frühjahr 2011 umgesetzt werden.

Der Förderantrag für den Konrad-Wolf-Park im EFRE-Programm wurde gestellt. Die Aufträge für Variantenuntersuchungen (Machbarkeitsstudie) zur Freiraum- und Verkehrsplanung wurden vergeben. Zwischenergebnisse liegen vor und bilden die Grundlage für die öffentliche Diskussion der zukünftigen Verkehrslösungen und Freiraumplanungen.

Dienstag, 23. November 2010

Werkstattverfahren zur Weiterentwicklung der Gartenstadt Drewitz vereinbart

(Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 23.11.2010)

Die Landeshauptstadt Potsdam sieht im Gartenstadtkonzept für Drewitz enorme Chancen für die Erneuerung des Wohngebietes. Die Diskussionen der letzten Monate haben gezeigt, dass es einen Vertiefungs- und Überarbeitungsbedarf gibt, um aus dem im Bundeswettbewerb zur energetischen Sanierung von Großwohnsiedlungen im Jahr 2009 prämierten Beitrag der PRO POTSDAM eine umsetzungsfähige Planung zu entwickeln.

„Dazu wird die Landeshauptstadt Potsdam ein Werkstattverfahren durchführen, in dem die konzeptionelle Weiterentwicklung der Gartenstadt Drewitz in einem kooperativen Prozess erfolgen soll", sagte der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen Matthias Klipp. „Wir werden dabei alle Beteiligten in den Prozess einbeziehen - selbstverständlich auch die Bewohner." Zu den Werkstätten werden Vertreter der Verwaltung, der Wohnungsunternehmen, lokale Akteure sowie Vertreter aus Bewohnerschaft und Politik eingeladen.

Im Ergebnis sollen die Eckpunkte der weiteren städtebaulichen Entwicklung der nächsten Jahre abgestimmt und in einem Masterplan zusammengefasst werden. Für die Durchführung des Werkstattverfahrens und die Erstellung des Masterplans wurde durch den Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Bauen das Stadtplanungsbüro Stadt Land Fluss aus Berlin sowie der Moderator Thies Schröder „planungskommunikation" beauftragt. Das Werkstattverfahren startet am 09.12.2010 und soll bis März 2011 abgeschlossen werden. Parallel zu den Werkstätten erfolgt eine öffentliche Information über die jeweiligen Fortschritte.

Montag, 2. November 2009

Wohnen in Potsdam: Wir wollen das die Zukunft jetzt beginnt

Seite 1, 8 und 9, GEWOBA-Servicemagazin November 2009

Workshop zur Zukunft von Drewitz endete mit Forderungskatalog

Mit sechs Sätzen, die sich wie ein Manifest lesen, beendeten die rund 30 Teilnehmer einen dreitägigen Workshop zur Zukunft des Stadtteils Drewitz. Gefordert wird u.a. ein klares Bekenntnis von Kommunalpolitik und Wohnungswirtschaft »zu einer Entwicklung im Sinne des Gartenstadtkonzepts
«. Kurzfristig soll die soziale Infrastruktur ausgebaut und ein Stadtteilladen eröffnet werden.

An der Veranstaltung, die die Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit der PRO POTSDAM GmbH organisiert hatte, nahmen Bewohner des Stadtteils, Drewitzer Gewerbetreibende, Lokalpolitiker, Vertreter der Stadtverwaltung, der Wohnungswirtschaft und der sozialen Einrichtungen teil. Diskutiert wurden mögliche Entwicklungsszenarien des Stadtteils. Dazu war es notwendig, sich erst einmal darüber klar zu werden, was und wer die Entwicklung des Stadtteils beeinflusst. Dabei kamen Rahmenbedingungen, wie etwa die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die Qualität der Bildungsangebote im Stadtteil zur Sprache, aber auch das Zusammenwirken der sozialen Einrichtungen in Drewitz oder die Aufmerksamkeit, die der Stadtteil
in der Arbeit der Stadtverwaltung genießt.
Die Teilnehmer entschieden sich, gemeinsam ein gutes Dutzend von Themen näher zu beleuchten: Wie würde sich ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf die Situation in Drewitz auswirken? Und wie eine Senkung? Was passiert, wenn die Wohnkosten steigen? Wie verändert sich das tägliche Leben, wenn der Stadtteil saniert wird? Und was geschieht, wenn er bleibt, wie er ist? Aus dem gemeinsamen Blick in die Zukunft entstand das Bild von drei möglichen Entwicklungen des Stadtteils, deren Wahrscheinlichkeit ebenso diskutiert wurde, wie die damit verbundenen Vor- und Nachteile.
Am Ende der dreitägigen Arbeit in der Stern-Kirche war wohl allen Teilnehmern klar: Entweder der Stadtteil bleibt sich selbst überlassen und wird zu einem problembelasteten Slum oder man macht sich daran, das Konzept Gartenstadt Drewitz umzusetzen. Allerdings, so die Teilnehmer, läge zwischen der gefährlichen Entwicklung zum Slum und der »grünen« Gartenstadt-Perspektive eine weitere: Es sei nicht
auszuschließen, dass man den Stadtteil am Bedarf der Bewohner vorbei oder sogar gegen deren
Interessen entwickelt.
Deshalb fordern die Teilnehmer, dass das Gartenstadtkonzept öffentlich diskutiert und weiterentwickelt wird. Außerdem fordern sie im Abschlussdokument neben Bekenntnissen der Verantwortlichen auch eine eindeutige Verpflichtung der am Umgestaltungsprozess Beteiligten: »Wir
wollen, dass langfristige Verbindlichkeiten und Zuständigkeiten der Akteure zur Umsetzung (...)
inklusive Monitoring und Evaluierung vereinbart werden.«
Kurzfristig fordern die Teilnehmer
des Workshops die Qualifizierung und den Ausbau der sozialen Infrastruktur, um »insbesondere
Familien, Kinder und Jugendliche« zu fördern. Durch die Einrichtung eines Stadtteilladens in Drewitz
soll die Bürgerbeteiligung gestärkt, die Vernetzung der Akteure vorangetrieben und die Kommunikation
nach Innen und Außen verbessert werden.

Die November-Ausgabe des GEWOBA-Servicemagazins ist hier als PDF verfügbar.

Montag, 12. Oktober 2009

Szenario-Workshop: Die Zukunft beginnt jetzt!

Die PRO POTSDAM GmbH hat im Frühjahr 2009 ein Integriertes Entwicklungskonzept für den Stadtteil Drewitz erarbeitet. Anlass war der Bundeswettbewerb zur energetischen Erneuerung von Großsiedlungen.
Das Konzept sieht einen umfassenden Umbau des Stadtteils vor. Es umfasst sechs Teilkonzepte vom Städtebau über die Partizipation bis hin zu einem wohnungswirtschaftlichen und Finanzierungskonzept. Es wurde unter anderem belegt, dass sich eine städtebauliche und wohnungswirtschaftliche Umgestaltung des Stadtteils mit sozialen Zielstellungen verträgt.

Das mit einer silbernen Plakette ausgezeichnete Konzept, das im Juni der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat unterschiedliche Reaktionen – von begeistert bis skeptisch – ausgelöst. Alsbald zeichnete sich die Notwendigkeit ab, dass sich die Akteure in Drewitz eine gemeinsame Sicht auf den heutigen Zustand des Stadtteils und gemeinsame Ziele für dessen Entwicklung erarbeiten.

Die PRO POTSDAM GmbH hat daraufhin einen Zukunftsworkshop vorbereitet, zu dem sie gemeinsam mit der Stadt Potsdam, dem Verein Soziale Stadt Potsdam e. V. Und der STADTKONTOR GmbH eingeladen hat. Die Einladung richtete sich an Bewohner, ortsansässige Gewerbetreibende und Vertreter sozialer Einrichtungen, an die Wohnungswirtschaft, die Stadtpolitik und die Stadtverwaltung. Die Unity AG wurde mit der Durchführung beauftragt.

Die Szenario-Technik, die bei diesem Workshop zur Anwendung kam, dient der strategischen Planung von Prozessen und beruht auf der Analyse möglicher Entwicklungen der Zukunft. Sie gestattet es, viele Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Die besondere Qualität dieser Technik besteht darin, dass die Dynamik jedes einzelnen Einflussfaktors beachtet werden kann und variabel in den Szenarien Eingang findet. Man muss nicht wissen, wie sich der demografische Wandel auf Drewitz tatsächlich auswirken wird, sondern kann dazu unterschiedliche Annahmen treffen. Indem diese unterschiedlichen Annahmen Eingang in die Analyse finden, spiegeln sie sich in verschiedenen Szenarien wieder.

Nach dreitägiger gemeinsamer Arbeit waren drei mögliche Szenarien formuliert, die die Teilnehmern die Folgen der verschiedenen Strategien zur Entwicklung des Stadtteils beschrieben. Am Ende hatten sie eine Wahl zu treffen, sich für eine der Strategien zu entscheiden. Die Wahl fiel eindeutig aus.

Aus der Abschlussdeklaration der Teilnehmer:


  1. Wir wollen, dass Kommunalpolitik und Wohnungswirtschaft ein klares Bekenntnis zu einer Entwicklung im Sinne es Gartenstadtkonzepts Drewitz abgeben.
  2. Wir wollen erreichen, dass durch Partizipation aller Akteure und Bewohner hinsichtlich der vorliegenden Konzepte Transparenz hergestellt wird, eine Auseinandersetzung stattfindet und eine Identifikation mit einem nachhaltigen Gesamtkonzept angestrebt wird.
  3. Wir wollen, dass langfristige Verbindlichkeiten und Zuständigkeiten der Akteure zur Umsetzung und Weiterentwicklung des zu erarbeitenden nachhaltigen Gesamtkonzepts inklusive Monitoring und Evaluierung vereinbart werden.
  4. Wir wollen, dass kurzfristig eine Qualifizierung und ein Ausbau der sozialen Infrastruktur erfolgt. Damit sollen insbesondere Familien, Kinder und Jugendliche gefördert werden. Langfristig soll das Miteinander und die Integration gestärkt werden.
  5. Wir wollen, dass zeitnah durch Einrichtung eines Stadtteilladens in Drewitz das Stadtteilmanagement die Bürgerbeteiligung stärkt, die Vernetzung der Akteure vorantreibt und die Kommunikation nach Innen und Außen sicherstellt.
  6. Wir wollen eine Allianz für Drewitz bilden. Die Zukunft beginnt jetzt!


Die Dokumentation des Workshops ist hier als PDF verfügbar.