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Mittwoch, 11. November 2015

Der Stadtteilrat Stern/ Drewitz/ Kirchsteigfeld stellt sich vor

„Stern/ Drewitz/ Kirchsteigfeld – ein starkes Stück Potsdam“. An der Umsetzung des Slogans des Masterplans für die Wohngebiete hat der Stadtteilrat seit 2006 einen nicht unwesentlichen Anteil. Im Juni 2015 hat sich der Stadtteilrat neu aufgestellt. Die neuen, alten Koordinatoren sind Jacqueline Krüger und Carsten Hagenau. Die „bunte“ personelle Mischung der Expertengruppe garantiert offene, fachliche Diskussionen und sorgt für Akzeptanz – vor allem in den Stadtteilen. Jede Woche stellt sich ein Mitglied auf dem Gartenstadt-Blog vor.

Heute: Günter Mäder, Bürgeraktiv Drewitz

"Ich bin 61 Jahre, verheiratet und habe 2 Kinder. Seit 1985 wohne ich am Stern und bin 1996 nach Drewitz gezogen. Ich bin als Vertreter des Bürgeraktiv Drewitz Mitglied im Stadtteilrat. Mein näheres Wohnumfeld ist mir sehr wichtig. Deshalb bin ich aktiv um dieses möglichst grün und angenehm zu gestalten."

Freitag, 12. Juni 2015

Stadtteilbeirat erstmals zusammengetreten

Am 11. Juni trat erstmals der neu berufene Stadtteilrat Stern/Drewitz/Kirchsteigfeld zusammen. Neben erfahrenen (und verdienten) Mitgliedern wie Helga Hefti, die über Jahre die Bürgerinitiative am Stern leitete, oder Günther Mäder vom Bürgeraktiv Drewitz nahmen einige neue Mitglieder ihre Plätze ein. So wurden Pfarrer Andreas Neumann aus der Evangelischen Gemeinde Drewitz-Kirchsteigfeld und Carolin Schmidt als Mitarbeiterin des Begegnungszentrums oskar. willkommen geheißen.

Der Beirat beschloss, auch künftig alle zwei Monate öffentlich zu tagen. Die erste Sitzung ist für den 16. Juli vorgesehen und wird voraussichtlich ab 18 Uhr im Stadtteilladen Kirchsteigfeld stattfinden. Die Mitglieder wählten einstimmig Jaqueline Krüger zur Sprecherin. Sie vertritt im Beirat die FDP und hatte ihn bereits in den letzten Jahren engagiert und streitbar angeführt. Ebenfalls einstimmig wurde Carsten Hagenau zum Stellvertretenden Sprecher wiedergewählt. Er vertritt die Wohnungsunternehmen des Arbeitskreises StadtSpuren im Beirat.

Der Stadtteilbeirat befasst sich mit der Entwicklung der drei Wohngebiete Am Stern, Drewitz und Kirchsteigfeld. Er soll die Stadtverordnetenversammlung bei Entscheidungsfindungen, die die drei Stadtteile betreffen, beraten. Vertreter aller Fraktionen und der sozialen Träger vor Ort, der Bürgerinitiativen und der Wohnungswirtschaft arbeiten im Beirat zusammen. Alle Mitglieder des Beirates wurden namentlich von der Stadtverordnetenversammlung berufen.

Mittwoch, 13. April 2011

Bürgeraktiv: Positionspapier zur 3. Werkstatt

im Rahmen der Fortschreibung des Städtebaulichen Konzepts zur Gartenstadt Drewitz

(Quelle: Bürgeraktiv, 13. April 2011)

Um die in der Einladung als Ziel genannte Festlegung der Grundzüge für die weitere Entwicklung der Gartenstadt zu erreichen, bedarf es in dieser Werkstatt noch vieler Arbeit und vor allem Verständigung.

Das umso mehr, als die Bürgerversammlung am 23.3.2011 unverändert deutlich machte, dass die von der Stadtverwaltung vorgesehene Beseitigung der Hauptfahrbahn in der Konrad-Wolf-Allee zum Zwecke der Anlage eines Parks von den Bewohnern des Stadtteils mehrheitlich abgelehnt wird.

(1) Aus diesem für das gesamte Konzept bedrohlichen Konflikt könnte es einen Ausweg  bedeuten, wenn keine Beseitigung, sondern eine Verlegung der Hauptfahrbahn vorgenommen würde, indem die Buslinien und der verbleibende motorisierte Individualverkehr über die ausgebaute Straßenbahntrasse geführt werden. Dadurch würden vor allem die sämtlich  negativen Auswirkungen der Verkehrsumleitungen vermieden. Und zusammen mit der in Diskussion befindlichen Regelung für PKW-Stellplätze müssten diese Maßnahmen zum weitgehenden Abbau von Vorbehalten gegen einen „Konrad-Wolf-Park“ führen. – In  der PNN vom 7.8.2010 wurde jedenfallsHerr Klipp mit der Aussage zitiert, dass die Nutzung der gepflasterten Straßenbahngleise für Buslinien „die Vorzugsvariante“ unter den Möglichkeiten eines in der Konrad-Wolf-Allee verbleibenden motorisierten Verkehrs sei.

(2) Bei begründeter Ablehnung der unter (1) skizzierten Variante erscheint die Beibehaltung seitlich begrünter Fahrspuren im Bereich der Hauptfahrbahn als äußerster Kompromiss. Diese Begrünung ist durch Schaffung von Einbuchtungen an den Rändern oder die Anlage von Inseln zwischen den streckenweise getrennten Fahrspuren möglich, was durch eine vorbereitete Demonstration erläutert werden kann.

(3) Wir akzeptieren nicht den kommentarlosen Rückzug der Stadtverwaltung von der Realisierung des im Konzept vorgesehenen Grünen Kreuzes durch Auslassung des Hertha-Thiele- und Willy-Schiller-Weges. Ein quer verlaufender Grünstreifen wertet nicht nur die zentrale Anlage auf, er stellt auch die  wirksamste Klammer bei der viel beschworenen Verbindung zwischen den beiden Teilen von Drewitz dar. Angesichts seines gegenwärtigen Zustandes muss zumindest der Hertha-Thiele-Weg bei der Anlage eines „Konrad-Wolf-Parks“ einbezogen werden.

(4) Die beabsichtigte Übergabe städtischer Flächen in Drewitz an Wohnungsunternehmen zur Schaffung von PKW-Stellplätzen entbindet die Stadtverwaltung nicht davon, deren Bewirtschaftung nach sozialen Gesichtspunkten zu sichern. Gemessen an dem bisherigen Zustand von Flächen der Wohnungsunternehmen sehen wir deren Ausweitung mit Sorge und auch hier eine Aufsichtspflicht der Stadtverwaltung. In beiden Problembereichen sollte die gewünschte  Regelung durch einheitliche Vertragsklauseln für alle Partner zu erreichen sein.

Donnerstag, 17. März 2011

Sonntag, 26. September 2010

2. Stellungnahme des Bürgeraktivs Drewitz/Neubaugebiet

zu dem Vorhaben „Gartenstadt Drewitz, energetisch stark, energisch grün“

(Quelle: Bürgeraktiv, 26. September 2010)

Nachdem wir in unserer Ersten Stellungnahme vom Mai 2010 auf das Gartenstadt-Projekt insgesamt eingegangen sind und damit die Stadtverwaltung offensichtlich teilweise unvorbereitet trafen, konzentrieren wir uns hier auf aktuelle Schwerpunkte und grundsätzliche Aussagen.

- Während zunächst alle Anzeichen dafür sprachen, dass die Stadtverwaltung den Wettbewerbsbeitrag zur Gartenstadt fast eins zu eins umzusetzen gedenkt, sind neuerdings Reaktionen auf Gegenstimmen aus Drewitz feststellbar. Jüngstes Beispiel ist der Beschluss der Gartenstadt-Arbeitsgruppe 1 (Protokoll vom 25.8.2010), die „Rolle“ als einen durchgehend grünen Raum zu erhalten, wofür wir uns wiederholt nachdrücklich eingesetzt haben. Wir erwarten eine konsequente  Verfolgung dieser Absicht. Auch hat eine von uns beim Gartenstadtfest diskutierte Lageskizze einer möglichen Verkehrsführung im Bereich der Konrad-Wolf-Allee Resonanz im Rathaus gefunden (PNN 7.8.2010). In diesem Zusammenhang von einem Kompromiss zwischen der Stadtverwaltung und dem Bürgeraktiv zu sprechen, ist in verschiedener Hinsicht unberechtigt.

- Ein folgerichtiges Ergebnis der misslungenen Auftaktveranstaltung zur Beteiligung der Drewitzerinnen und Drewitzer an der Umsetzung des Gartenstadt-Projektes am 6.5.2010 war die Bildung einer Arbeitsgruppe mit interessierten Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils. Diese „Projektgruppe“ beschäftigt sich inzwischen mit mehr als der künftigen Verkehrsführung, ihre genaue Aufgabenstellung erscheint aber nicht klar. Die beiden Möglichkeiten aus unserer Sicht sind, dass sie die Tätigkeit der Gartenstadt-Arbeitsgruppe 2 (Freiflächen und Verkehr) oder die Realisierung des gesamten Gartenstadt-Konzeptes begleitet. Für den zweiten Fall ist wegen unterschiedlicher Interessenlagen und Kompetenzen eine deutliche Vergrößerung des Kreises der beteiligten Drewitzerinnen und Drewitzer anzustreben. Zu diesen Alternativen sollte eine Klärung innerhalb der Lenkungsgruppe des Gartenstadt-Projektes erfolgen und bei der nächsten Sitzung der Projektgruppe durch deren Leiter erläutert werden.

- Die hoffentlich partnerschaftliche Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit noch so vielen Bewohnerinnen und Bewohnern von Neu-Drewitz ersetzt nicht das Gespräch und die Auseinandersetzung innerhalb einer Stadtteilversammlung. Nur auf diese Weise kann Bürgerbeteiligung funktionieren. Eine entsprechende Veranstaltung wird für November in Aussicht gestellt, sollte aber  verbindlich angekündigt werden, um das leider durch bisherige Erfahrungen gerechtfertigte Misstrauen der Drewitzer nicht zu verstärken. Die begründete Verschiebung eines Versammlungstermins ist besser als eine vage Ankündigung! Und selbstverständlich muss diese Versammlung qualifiziert vorbereitet werden, ganz simpel durch die Bereitstellung eines entsprechend großen Raumes, aber vor allem inhaltlich, wozu eine laufende  Information im Stadtteil gehört.

- Um diese ist es aber bisher schlecht bestellt. Insbesondere wird der Projektraum in der Konrad-Wolf-Allee seiner dazu angekündigten Funktion nicht gerecht. Darauf möchten wir auch an dieser Stelle mit allem Nachdruck hinweisen und hoffen, dass dem aus der Stadtverwaltung angekündigten Nachdenken über eine Präsenz im Projektraum bald erkennbare Taten folgen.

- Dass die von der Stadtverwaltung begonnene „Qualitätsoffensive“ in Drewitz eine Werbeaktion zugunsten der Gartenstadt ist, wird aufmerksamen Bewohnern nicht entgangen sein. Das Äußere des Stadtteils profitiert erkennbar, und es soll noch besser werden! Hier können alle Drewitzerinnen und Drewitzer durch Hinweise auf Missstände in ihrem Umfeld die Gunst der Stunde nutzen und damit dazu beitragen, dass sich die privaten Wohnungsunternehmen verstärkt darum bemühen, das Erscheinungsbild von Drewitz zu verbessern. Da in diesem Zusammenhang auch die Müllbeseitigung erwähnt wurde, möchten wir dringend eine schnellere Entsorgung von wild abgelegtem Sondermüll bei der Stadtverwaltung anmahnen.

Das Bürgeraktiv Drewitz hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, diese Stellungnahme wiederum zur Veröffentlichung in der Stadtteilzeitung STERNDREWITZ einzureichen. (Auch uns spornt Widerstand an! s. Klipp-Interview, MAZ 31.8.2010). Wir rechnen damit, dass diesmal unserem Anliegen entsprochen wird. Es geht nicht nur um den Respekt vor unserer Arbeit, sondern vor allem um den vor der Bürgermeinung! Außerdem ist auch für uns die Kommunikation mit den Drewitzerinnen und Drewitzern über die Stadtteilzeitung sehr wichtig.

Bürgeraktiv Drewitz/NBG
Potsdam, im September 2010

Montag, 12. Juli 2010

Matthias Klipp: Keine Zensur

(Quelle: Landeshauptstadt Potsdam 12.07.2010)

Der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen Matthias Klipp wies heute die Vorwürfe des Bürgeraktivs Drewitz, dass die Stadtteilzeitung STERN/DREWITZ zensiert würde, aufs schärfste zurück. „Die Zusammenstellung der Beiträge für diese Zeitung war ein demokratischer Prozess mit vielen Beteiligten. Auf aktuelle Entwicklungen musste reagiert werden, so dass geplante Artikel auch mal wegfallen können. Hier gab es keine Zensur!"

Die Entscheidung, die Stadtteilzeitung nicht vor dem Gartenstadtfest herauszugeben sondern danach, ist eine gemeinsame Entscheidung der Lenkungsrunde „Gartenstadt Drewitz" vom 03.06.2010 gewesen, an dem auch Mitglieder des Redaktionsteams beteiligt waren. Sie wurde getroffen, um in dieser Zeitung auch über das Fest berichten zu können, denn die nächste Ausgabe von STERN/DREWITZ wird erst im September erscheinen. Dort wurde auch entschieden, den Brief des Bürgeraktivs nicht unbeantwortet und unkommentiert abzudrucken, sondern die wesentlichen Fragen vorab in Form eines Interviews mit dem Beigeordneten zu beantworten und danach das Schreiben des Bürgeraktivs umfassend und schriftlich zu beantworten. Die ausführlichen Antworten auf ihre Fragen enthielt der Brief des Beigeordneten vom 21. Juni 2010.

Der Baubeigeordnete appelliert in diesem Zusammenhang an alle Beteiligten, sich in den Prozess der Planung und Umgestaltung der Gartenstadt auch in Zukunft offen und sachlich einzubringen. Dabei sollte der Sprecher des Drewitzer Bürgeraktivs selbstkritisch prüfen, ob eine derartige Wortwahl und ein durch nichts belegter Vorwurf diesem Ziel dienen. Hilfreich wäre zunächst auch eine Nachfrage in der Verwaltung gewesen.

Mittwoch, 26. Mai 2010

1. Stellungnahme des Bürgeraktivs Drewitz/Neubaugebiet

zu dem Vorhaben „Gartenstadt Drewitz, energetisch stark, energisch grün“

(Quelle: Bürgeraktiv, 26. Mai 2014)

Zwischen der Darstellung von Visionen und der Entwicklung von Plänen für eine Gartenstadt Drewitz, melden wir uns zu Wort,  um in diesem Prozess unsere Meinung zu kritisch erscheinenden Entwicklungen zu äußern. Zuvor aber sei die Initiative Einzelner für durchgreifende Veränderungen im Neubaugebiet Drewitz gewürdigt und die Bereitschaft der Stadt Potsdam anerkannt, Verbesserungen in diesem zunehmend schwierigen Wohngebiet zu verwirklichen.

Problemanzeigen
Verdichtung: War auch ursprünglich die Gartenstadt ein Gegenentwurf zur verdichteten Großstadt (E. Howard, 1898), sieht das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine „Neuinterpretation der Gartenstadt als verdichtetes Wohnen im Grünen“( Zitat nach P. v. Zadow, 2010). Eine Ermessensfrage bleibt der Grad der Verdichtung, und der erscheint im Gartenstadt-Projekt übertrieben. Besonders die fast durchgehend beabsichtigte Teilung und Schließung der Wohnhöfe durch Gebäude trifft auf Ablehnung. Die DrewitzerInnen schätzen ihr aufgelockertes Siedlungsgebiet und haben darin keine Orientierungsschwierigkeiten (Argument des Wettbewerbsbeitrages). Der bisher mögliche, medienvermittelte Blick auf den Gartenstadt-Plan mit kasernenmäßig angeordneten Rechtecken umgeben von schnurgeraden Straßen macht Angst! Das bauliche Schließen zumal kleiner Innenhöfe verschlechtert die Befindlichkeit des Einzelnen und das Zusammenleben aller Beteiligten.

Grün/Gärten: Ein Gartenstadt-Projekt, das die „Rolle“, das dritte grüne Band neben Priesterweg und Sternstraße, nicht bestehen lässt, ist den DrewitzerInnen schwer zu vermitteln. Da zählt auch kein Hinweis auf das geplante „Grüne Kreuz“, denn hier handelt es sich um einen stimmungsvollen, motorfreien, im Übrigen viel benutzten Verkehrsweg. Zudem haben alle Bewohner, die Erfahrungen mit der Beschaffenheit des aufgeschütteten Bodens und der Pflege des mühsam wachsenden öffentlichen Grüns in Neu-Drewitz besitzen, ernste Zweifel, ob es gelingen wird, die vorgesehenen Teile der Konrad-Wolf-Allee flächendeckend als Park anzulegen und vor allem zu erhalten. Es sollte dringend überlegt werden, ob nicht besser gleichsam ein Geflecht aus kleineren, beherrschbaren Grünflächen angestrebt wird. Außerdem darf dieses zentrale Grün nicht das dezentrale Grün ersetzen, das sich wirklich „vor der Haustür“ befindet. Grün durch Gärten in den Wohnhöfen dürfte allein entlang der Hausmauern entstehen. Entsprechende Anlagen im Innern, wie auf phantasievollen Bildern gezeigt, werden eine Ausnahme bleiben, denn wenn die Gartenstadt ihrem Vorsatz gemäß nicht verdrängt, wird es auch in 15 Jahren im Prinzip dieselben Bewohner geben wie heute. Eigenständige, gemeinschaftliche  Gestaltung wäre immer möglich gewesen.

Soziales: Beide voranstehenden Unterpunkte haben ihre sozialen Bezüge, einige Probleme sollen aber speziell genannt werden. So verbinden arbeitslose DrewitzerInnen mit der Kenntnis des  Gartenstadt-Projektes die Erwartung, bei dessen Realisierung  Beschäftigung zu finden. Schwer vorstellbar ist für uns, wie sich die geplante räumliche Verteilung von Gruppen von Einwohnern (mit und ohne Auto, junge Familien und Senioren) ohne erzwungene Fluktuation ergeben soll. Es wird befürchtet, dass durch das Aufsetzen weiterer Etagen wegen der damit verfolgten Ziele  soziale Spannungen entstehen. Und wer trägt die Kosten, wenn Mieter wegen Abbruchs umziehen oder HartzIV-Empfänger nach einer Haussanierung Wohnräume renovieren müssen?

Forderungen
Aus den angeführten Problemen und weiteren Aspekten haben wir folgende Forderungen an die jeweils Verantwortlichen:
- Zügige Planung der Gartenstadt Drewitz, Auslage von allgemein verständlichem Planungsmaterial im „Projektraum“ und Durchführung der beabsichtigten thematischen Foren zur Information der DrewitzerInnen und zu ihrer Beteiligung an den geplanten tiefgreifenden  Veränderungen.
- Keine Verwendung einer künftigen Gartenstadt als Argument gegen sinnvolle Verbesserungen im Neubaugebiet Drewitz heute (keine Killerphrase!).
- Öffnungen der Wohnhöfe zu flächigem Grün (Wald, „Grünes Kreuz“) erhalten bzw. schaffen, Zufahrtsmöglichkeit in Innenräume für die Feuerwehr sichern.
- Versetzte Straßenverläufe erhalten bzw. schaffen.
- Prüfung anderer Möglichkeiten für eine weitere Begrünung und eine Beruhigung der Konrad-Wolf-Allee, nachdem ein kompletter Rückbau der Fahrbahn auf dem 1.Bürgerforum am 6.5.2010 massive Ablehnung gefunden hat.
- Erhaltung zumindest des erhöht gelegenen, von Bäumen gesäumten Fußweges in der „Rolle“ und des Modellhofes Robert-Baberske-Straße.
- Vorhandene Straßenbäume im Bestand schützen, besonders in der Sternstraße an der geplanten Böschungsbebauung.
- Keine Baumfällungen für Baumaßnahmen, Umsetzen von Gehölzen in das Innere von Wohnhöfen.
- Beim Pflanzen von Gehölzen (Bäumen!) nur verwenden, was sich an dem bodenbedingt schwierigen Standort bewährt hat (kein Experiment mit dem Schnurbaum!).
- Entwicklung eines Konzeptes zur Integration arbeitsloser DrewitzerInnen in geeignete Tätigkeitsfelder bei der Realisierung des Gartenstadt-Projektes.
- Aufnahme eines Jugendobjektes in die Gartenstadt-Planung, um mit diesem Aktivitäten der Jugendlichen zu binden.
- Es ist im Vorfeld abzuklären, wer Nutznießer von Eingriffen in den vorhandenen Gebäudebestand ist und wie weit betroffene Mieter anfallende Kosten mit zu tragen haben  bzw. erstattet bekommen.

Fazit
Wie sich zeigt, kann das Bürgeraktiv dem Gartenstadt-Projekt nicht uneingeschränkt zustimmen. Es wird  darauf ankommen,  den ehrgeizigen  Wettbewerbsbeitrag auf eine  für die gegenwärtigen Bewohner zumutbare, gleichwohl für die beteiligten Unternehmen wirtschaftliche  Weise umzusetzen, also eine Veränderung des Neubaugebietes Drewitz „im Sinne des Gartenstadt-Projektes“, wie es am Ende des Szenario-Workshops 2009 hieß, vorzunehmen. An der Prüfung auf Sinnfälligkeit werden wir uns weiter beteiligen.


Bürgeraktiv Drewitz/Neubaugebiet
Potsdam, im Mai 2010

PS: Offener Brief

Dienstag, 3. November 2009

Bürgeraktiv Drewitz/Neubaugebiet gegründet


Es besteht in Potsdam Einvernehmen darüber, dass die Situation des Neubaugebietes Drewitz verbessert werden muss. Als Bewohner und Berufstätige in diesem Stadtteil wollen wir mit unserer Sicht von innen zu einem erfolgreichen Verlauf der notwendigen Veränderungen beitragen.
Wir haben die Absicht
  • Aktivitäten zu unterstützen und selbst zu entwickeln, die ein gutes Miteinander der Bewohner fördern und das Erscheinungsbild des Neubaugebietes verbessern,
  • darauf zu achten, dass verantwortliche Behörden, Beauftragte und Unternehmen ihre Aufgaben für unseren Stadtteil gewissenhaft wahrnehmen,
  • die Stimme der „Neu-Drewitzer" zu verstärken, insbesondere die angekündigte öffentliche Diskussion der Pläne für eine Gartenstadt Drewitz und die Beteiligung der Bewohner an deren Realisierung einzufordern.
Wir hoffen auf positive Resonanz aus dem Neubaugebiet Drewitz sowie auf konstruktive Zusammenarbeit nach außen und würden uns über eine Vergrößerung des Bürgeraktivs durch engagierte BürgerInnen unseres Stadtteils freuen.


Böhm, Dr. Hartmut 
Lehmann, Johnny
Schippan, Daniela
Schnell, Berthold
Thamm, Peggy
Waschkuhn, Günther

Potsdam-Drewitz im November 2009